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Am Ende zweier langer Regatta-Tage zog Vanessa Benthaus, Kinder-Trainerin beim Ruderverein Waltrop, ein positives Fazit. Ihre Nachwuchsruderer sammelten nicht nur eine Menge Wettkampf-Erfahrung, sondern konnten sich innerhalb der starken Konkurrenz aus ganz NRW auch gut behaupten.

Die Waltroper Kinderregatta war die erste richtige Standortbestimmung dieser Saison. Traditionell treffen am Datteln-Hamm-Kanal erstmals nach dem Wintertraining die stärksten Nachwuchsruderer aus Nordrhein-Westfalen aufeinander.

Und gleich der erste Wettbewerb hatte es in sich. „Wir haben hier in Waltrop stets den anspruchsvollsten Slalom“, erklärt Vanessa Benthaus. Hier muss der Nachwuchs nicht nur allein die Bojen umkurven. Die jungen Athleten müssen – auf dem Weg von einem Bojentor zum nächsten – „streichen“. Will heißen, dass sie vorwärts fahren müssen. Eine Grundlage, die jeder Ruderer beherrschen muss. Die aber in der Umsetzung verdammt schwierig ist. Denn wenn der gewohnte Rhythmus beim „Rückwärtsfahren“ unterbrochen wird, und die Fahrt plötzlich nach vorn geht, kommen einige Anfänger ins Schwitzen und verlieren in den sehr engen Renn-Einern schnell das Gleichgewicht. Wie gut, dass die DLRG stets vor Ort war und die pitschenassen Ruderer samt gekentertem Boot sicher an Land brachte.

Acht Starter des RV Waltrop erkämpften sich in diesem anspruchsvollen Parcours eine Medaille (siehe Ergebniskasten).

Im zweiten Wettbewerb ging es auf die von den Athleten ungeliebte 3000-Meter Langstrecke. Hier erkämpften sich Lea Sophie Wilk und Talia Skonieczny eine Medaille.

Mixed-Vierer ist wohl gesetzt

Auf der Rennstrecke bewiesen die Waltroper Athleten am Sonntag zum Abschluss der Heimregatta ihr Können: Die Besetzung von insgesamt acht Waltroper Booten erhielt eine Medaille. Besonders stolz war Vanessa Benthaus auf die Leistung des älteren Mädchenvierers mit Sophia Benthaus, Élena Erdtmann, Dorothea Kampmann, Ida Polarczyk und Steuerfrau Johanna Kampmann. Denn hier ist nur Dorothea bereits 14 Jahre alt, während die anderen Mitstreiterinnen noch 13 Jahre alt sind und noch bei der jüngeren Konkurrenz hätten mitfahren dürfen. „Das war aber die einzige Möglichkeit, dass Doro noch in einem Großboot fahren kann“, erklärte Vanessa Benthaus diese Besetzung. „Da habe ich schon jubiliert, als ich sah, dass sie nur acht Sekunden hinter dem Boot aus Witten, in dem allesamt ältere Ruderinnen saßen, ins Ziel kamen.“

Hoch war auch die Leistung von Jonas Arens einzuordnen, der erst seit Ostern rudert und bei der Regatta zum ersten Mal überhaupt ein Rennen fuhr – gemeinsam mit David Heller sammelte der Nachwuchsruderer erste Wettkampferfahrung.

Der Mixed-Vierer mit Franziska Fenger, Frederike Fenger, Cemil Aydogan, Luca Latzel und Steuermann Julian Pottbrock hatte sich am Wochenende noch gesteigert. Während das Boot die Langstrecke noch zaghaft in Angriff genommen hatte, schlug das RV-Team Gegner Kettwig im Sprint dann deutlich.

Zwei Waltroper Boote konnten allerdings leider nicht an den Start gehen. Denn nachdem sich Tim Happe eine Woche vor der Regatta das Handgelenk gebrochen hatte, mussten der ältere Mixed-Vierer und der Zweier mit Lennart Oberkönig abgemeldet werden.

In zwei Wochen steht nun die Kinderregatta in Kettwig an. Dort wird Vanessa Benthaus gemeinsam mit ihrem Trainerkollegen Lutz Rudack ein letztes Mal die Boote testen, um dann am 13./14. Juni bei den Landesmeisterschaften in Bochum-Witten aussichtsreiche Boote ins Rennen zu schicken. Bislang ist nur der Mixed-Doppelvierer so gut wie gesetzt. Wer die anderen „zwei, bis drei Boote“ sind, wollte Vanessa Benthaus noch nicht verraten.

Info

Die Regularien:

Der Kinderbereich im Rudern ist in die Altersstufen 12 Jahre, 13 Jahre und 14 Jahre unterteilt.
Innerhalb der Jahrgänge werden noch einmal Leistungsklassen unterschieden:

  • LK I: ab fünf Siege
  • LK II: ein bis fünf Siege
  • LK III: ohne Siege

Im Slalom gibt es für die Aktiven Medaillen, die es in das oberste Drittel der Ergebnisliste geschafft haben.

Auf einen Blick

Jungen- und Mädchenregatta des RV Waltrop. Hier die Ergebnisse der Waltroper:

  • Slalom Medaillengewinner
    • Mädchen 12 Jahre
      • Johanna Kampmann (III)
    • Jungen 13 Jahre
      • Luca Latzel (II)
      • Julian Pottbrock (III)
    • Mädchen 13 Jahre
      • Sophia Benthaus (II)
      • Elena Erdtmann (II)
    • Jungen 14 Jahre
      • Lennart Oberkönig (I)
      • David Heller (III)
    • Mädchen 14 Jahre
      • Dorothea Kampmann (I)
  • Langstrecke Medaillengewinner
    • Mädchen Doppelzweier
      • Lea Sophie Wilk, Talia Skonieczny
  • Rennstrecke Medaillengewinner
    • Jungen Doppelzweier, 13/14 Jahre, Leichtgewicht
      • David Heller, Jonas Arens (III)
    • Mädchen Doppelvierer mit Steuermann, 13/14 Jahre
      • Sophia Benthaus, Élena Erdtmann, Dorothea Kampmann, Ida Polarczyk, Steuerfrau Johanna Kampmann
    • Mädchen Doppelvierer mit Steuermann, 12/13 Jahre
      • Franziska Fenger, Frederike Fenger, Ida Polarczyk, Marie Schulte-Kump, Steuerfrau Johanna Kampmann
    • Doppelzweier A/B
      • Elisa Marie Wilk, Thea Ressemann
    • Jungen/Mädchen, Doppelvierer mit Steuermann, 12/13 Jahre
      • Franziska Fenger, Frederike Fenger, Cemil Aydogan, Luca Latzel, Steuermann Julian Pottbrock
    • Jungen Doppelzweier, 12/13 Jahre
      • Cemil Aydogan Luca Latzel
      • Julian Pottbrock, Finn Langweige
    • Mädchen Doppelzweier, 11/12 Jahre
      • Johanna Kampmann, Emilia Meyer

Am Rande

65 Helfer im Einsatz

Die Befürchtung, dass wegen des Feiertages Christi-Himmelfahrt zu viele Mitglieder des Rudervereins verreist sein könnten und entsprechend als Helfer ausfallen würden, bewahrheitete sich nicht.

„Es ist toll zu sehen, dass sie alle hier sind, wenn es darauf ankommt. Da ist auf alle Verlass“, freute sich auch Vanessa Benthaus, Kinder-Trainerin beim RV Waltrop.
Ganz gleich, ob auf dem Wasser, am Steg, am Ufer oder an den Verpflegungsständen – die Regatta verlief reibungslos, was auch die vielen Gäste aus ganz NRW anerkannten.

Bilder

19.05.2015, Waltroper Zeitung