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RIO DE JANEIRO. Riesenjubel beim RV Waltrop und Familie Kampmann: Franziska Kampmann hat mit dem Doppelvierer die Goldmedaille bei der Junioren-WM in Rio de Janeiro gewonnen. Im Finale ließ das deutsche Boot Großbritannien und die USA im Kampf um den Sieg hinter sich.

Franziska Kampmann, Katharina Börms, Laura Kampmann und Lena Reuß feierten auf der Olympia-Strecke des kommenden Jahres wie bereits im Halbfinale einen Start-Ziel-Sieg. Nach 1250 Metern unterlief den Britinnen ein technischer Fehler, den die vier deutschen Ruderinnen ausnutzten.

Sie zogen einen Spurt an, der die Entscheidung brachte. Nach 6:46,87 Minuten erreichten Kampmann das Ziel und hatten fast vier Sekunden Vorsprung vor Großbritannien (6:50,31) sowie sechs auf die US-Amerikanerinnen (6:52,58). Die weiteren Ränge belegten in dieser Reihenfolge Frankreich, die Schweiz und Kanada.

Weltmeisterinnen sind morgen zurück

Trainer Frank Decker sagte: „Wir wussten, dass wir technisch auf einem guten Stand sind und dass wir startschnell sind. Das konnten wir gut ausspielen und so das Tempo selber bestimmen. Es ist gut, wenn man auf die Gegner nicht reagieren muss“

Schlagfrau Laura Kampmann lobte den Teamgeist: „Wir sind im Trainingslager zusammengewachsen, jeder hat dem anderen vertraut, das wirkt sich natürlich auf alle Dinge im Rennen aus“, sagte sie. „Wir hatten uns wieder einen Plan gemacht und den haben wir voll durchgezogen. Die Britinnen haben bei 1250 Meter einen Krebs gezogen. Darauf haben wir sofort einen Spurt gezogen und sind weggefahren. Von diesem Moment an haben wir das Rennen kontrolliert.“ Zu den schwierigen Wundverhältnissen sagte Kampmann: „Wir haben uns eingefahren und uns dann entschieden, den Hebel umzustellen. Wie man sieht, war es richtig.“

Noch einmal Frank Decker: „Wir sind mit dem Ziel nach Rio gefahren, eine Medaille zu holen. Nach dem Vorlauf war uns klar, dass die Zielsetzung Gold heißen kann.“

Natürlich war auch zu Hause in Waltrop der Jubel groß. So verfolgten etwa Franziska Kampmanns Eltern Bernhard und Andrea sowie ihre Schwestern Theresa, Johanna und Dorothea – alle ebenfalls Ruderinnen – das Rennen am Computer. Im Internet wurde der Verlauf schematisch dargestellt. Andrea Kampmann räumt ein, dass das nervenaufreibend war. Jetzt freut sich die Familie, ihr „Gold-Mädchen“ am Dienstag wieder in die Arme zu schließen.

Das will direkt nach Franziska Kampmanns Rückkehr nach Deutschland auch der RV Waltrop tun. Der Verein bereitet einen Empfang am Bootshaus vor. Die frisch gebackene Weltmeisterin kommt direkt vom Flughafen und wird am Dienstag gegen 20 Uhr erwartet.