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WALTROP. 2013 wurde die Jahreshauptversammlung des Rudervereins nach knapp vier Stunden abgebrochen, zudem eine außerordentliche Versammlung einberufen. Diesmal beendete Vorsitzender Harald Richter die Veranstaltung nach zwei Stunden – für RV-Verhältnisse eine Rekordzeit.

Dabei gab es immerhin 14 Tagesordnungspunkte, die die gut 50 Mitglieder mit dem Vorstand abarbeiten mussten. Im Fokus stand erneut die Pflicht der Mitglieder, sich durch persönlichen Einsatz in den Dienst des Vereins zu stellen. Was andernorts als Arbeitsdienst bezeichnet wird, hat beim Ruderverein den Namen „abarbeitbare Leistungen“.

Harald Richter sprach das Thema in seinem Jahresrückblick an. Rainer Finkenbusch, der im vergangenen Jahr intensiv für die Einführung geworben hatte, bemühte eine Statistik, um aufzuzeigen, dass zu wenige Mitglieder sich einbringen. Diese Diskussion wurde letztlich im Keim erstickt. Denn die Versammlung stimmte für die Abschaffung der Pflicht, „abarbeitbare Leistungen“ erbringen zu müssen. Harald Richter: „Wir wollen keinen Druck aufbauen. Wir wollen nicht, dass jemand Strafe zahlen muss, wenn er nicht geholfen hat. Unser Ziel ist es, dass die Mitglieder freiwillig mit anpacken. Was im letzten Jahr auch wirklich gut geklappt hat. Viele Mitglieder haben an den Aufräumtagen geholfen. Da sind wir auf einem guten Weg.“

Im Kassenbericht zeigte Schatzmeister Lothar Fenger zwei Eckpunkte auf, die die Ruderfamilie im vergangenen Jahr beschäftigte. Zum einen ist dies der erfolgreiche, aber zugleich auch teure Leistungs- Sport.

Richter stellte die Erfolge von Franziska Kampmann als Deutsche Meisterin und Nationalmannschaftsanwärterin genauso heraus wie den DMErfolg von Lutz Rudack und dessen WM-Teilnahme. Und weitere Nachwuchs-Athleten sammelten 2013 unzählige Erfolge auf Landes- und Bundesebene. „Es ist beachtlich, dass ein so kleiner Verein so erfolgreich ist.“ Doch schlug der Leistungssport im vergangenen Jahr mit 18 000 Euro zu Buche.

Teurer Leistungssport

„Mit der Bildung von Renngemeinschaften, der Einführung von Langstreckentests sowie Ergometer-Tests ist dieser Sport einfach viel teurer geworden“, bat Richter die Mitglieder fast um Entschuldigung für diese hohen Kosten. Die Ankündigung Fengers, die Kosten für 2014 für den Bereich Sport im ähnlichen Rahmen halten zu wollen, wurde rundum mit wohlwollendem Nicken aufgenommen. „Zumal es nach unserer Satzung ja auch unsere Aufgabe ist, den Jugendsport im Verein zu fördern“, betont Richter.

Zweitgrößter Posten der Ausgaben ist die Sanierung des in die Jahre gekommenen Bootshauses. 49 000 Euro wurden 2013 investiert. Letztlich gab der Verein 14 900 Euro mehr aus als er eingenommen hatte. Nachdem viele Jahre nichts an der Immobilie gemacht worden war, hatte der Verein ein Polster geschaffen. Daher blieb am Ende des Jahres 2013 trotzdem noch ein Plus.

Die Vorstandswahlen gingen reibungslos über die Bühne: Harald Richter, Heinz-Jürgen Rodegro (2. Vorsitzender), Lothar Fenger (Schatzmeister) und Jens Steuber (Geschäftsführer) sind in ihren Ämtern bestätigt worden.

12.02.2014, Waltroper Zeitung