In neuer Verantwortung zu EM-Silber

Die Ruder-Europameisterschaften waren Titelkämpfe mit vielen Fragezeichen. Mit Spannung hatten die Nationen auf das Meldeergebnis geschielt um zu schauen, wer überhaupt bei der EM im polnischen Poznan (Posen) vertreten sein würde. Letztlich waren es mehr als 570 Aktive aus 31 Nationen. Aber die Rudernation Großbritannien zum Beispiel hatte auf einen Start verzichtet.

Im Vorfeld der EM hatte es im Frauen-Doppelvierer eine Umbesetzung gegeben. „Wir hatten im Training das Gefühl, keine Fortschritte zu machen“, erklärt Franziska Kampmann. „Das hat auf Anhieb gut geklappt“, so die neue Schlagfrau des Paradebootes im deutschen Frauen-Skullbereich.

Vor dem Vorlauf seien sie – und ihre Teamkolleginnen Frieda Hämmerling, Carlotta Nwajide und Daniela Schultze – ziemlich angespannt gewesen. „Weil wegen der fehlenden Saisonrennen ja kein Vergleich möglich war“, so die Athletin des Rudervereins Waltrop.

Doch es lief ausgezeichnet, und am Ende qualifizierte sich das Boot als schnellstes für das A-Finale. „Natürlich stellt man dann die Anforderung an sich selbst, auch im Finale vorne zu sein“, schilderte Franziska Kampmann die Gold-Erwartungen. Doch der Vierer kam nicht so gut vom Start weg wie noch im Vorlauf. Bei der 1000-Meter-Marke lag das deutsche Boot noch auf Rang drei. „Doch dann, auf der zweiten Streckenhälfte, fanden wir besser zusammen“, berichtet die 23-Jährige, die noch einen starken Endspurt vorgab. „Der hat uns die Medaille gesichert. Trotz dieses zweiten Platzes sind wir aber mit dem Ergebnis des Wochenendes zufrieden. Denn wir konnten im Vergleich zur Spitze bei der WM ein paar Sekunden gutmachen“, berichtet Franziska Kampmann, die nach der ersten Enttäuschung über das verlorene Gold im Boot bei der Siegerehrung mit ihren Teamkolleginnen wieder strahlen konnte.

Was der jüngste Wechsel auf die Schlagposition für sie persönlich für die kommende Saison bedeutet, weiß sie noch nicht. Noch im Oktober steht ein Training in Berlin an, ehe es dann im November nach Portugal gehen soll. „Aber wir sind sehr skeptisch, ob das stattfinden kann“, so Franzi Kampmann.