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Mit Steuerfrau Neele Erdtmann (l.) vom RV Waltrop wurde der Deutschlandachter Fünfter

Doch schon nach 500 der zu absolvierenden 2000 Meter auf der Regattastrecke war klar, dass der Traum von einem Platz auf dem Treppchen wie eine Seifenblase zerplatzen würde. Am Ende wurde es wieder Rang fünf, wie auch schon vor einem Jahr bei der Weltmeisterschaft in Polen. Dort hatten deutlich mehr Nationen Boote gemeldet als diesmal in Übersee. In Poznan wurde der DRV-Achter, ebenfalls bereits mit Neele Erdtmann als Steuerfrau, schließlich auch Fünfter.

Die Deutschen unter der Leitung ihres Trainers Rene Burmeister und an Bord mit Lena Sarassa, Celina Waldschmidt, Lena Osterkamp, Patrizia Schwarzhuber, Hanna Winter, Leonie Heuer, Katja Fuhrmann, Janka Kirstein und Steuerfrau Neele Erdtmann (Crefelder RC/Hanauer RC Hassia/Deutscher RC v. 1884/RegattaVerband Ems-Jade-Weser/Lübecker RG/RV Leer/Laubegaster RV Dresden/Hannoverscher RC/RV Waltrop) verloren nach einem Viertel der Strecke den Anschluss an die gegnerischen Boote. Im weiteren Verlauf des Rennens wurde der Abstand immer größer. „Bis zum Ziel ging es bergab“, erklärte Erdtmann. „Genau beschreiben, wieso der Abfall war, kann man nicht. Es hat sich angefühlt, als ob die Mannschaft keine Kraft mehr hatte und die anderen dann einfach weggefahren sind.“

Auch das Wetter spielte den Neun nicht in die Karten: Sehr warm, hohe Luftfeuchtigkeit. „Die Hitze hat uns schon sehr viel Energie geraubt“, so Erdtmann. Hinzu kam noch leichter Gegenwind, an den vorherigen Tagen war es jedoch Schiebewind – eine Umstellung. „Das Rennen war für uns alle wichtig. Auch nach letztem Jahr, wo man knapp an einer Medaille dran war“, sagte die Waltroperin. „Aber obwohl es jetzt nicht geklappt hat und trotz der anfänglichen großen Enttäuschung, sind wir alle mit sehr viel Erfahrung rausgegangen und haben große Motivation, nächstes Jahr wieder anzugreifen.“

Ganz vorne duellierten sich zunächst die Niederlande und Großbritannien, dahinter folgten Rumänien und das als Favorit gehandelte Team aus den USA. Sieger wurden allerdings die Niederlande, gefolgt von Großbritannien und den USA.

Die Hebwerkstädterin hatte sich durch den Sieg bei den Deutschen Meisterschaften in Brandenburg als Steuerfrau für den U23-Frauenachter qualifiziert. Nach drei Wochen unmittelbarer Wettkampfvorbereitung in Ratzeburg ging dann der Flieger nach Sarasota.

Erdtmann hat auch schon Pläne für ihre Zukunft: „Ich will auf jeden Fall weitermachen, habe ja noch zwei Jahre im U23 Bereich.“ Wie die genaue Planung ist, steht noch nicht fest. Am kommenden Wochenende ist die Waltroperin schon wieder im Einsatz: Da fährt sie mit der Ruderbundesliga nach Hannover zum dritten Wettkampftag, um den Achter aus Waltrop zu steuern.

„Ansonsten hat es mir in den USA sehr gefallen und auch das Trainingslager davor war gut. Mit der ganzen Mannschaft wird man eine kleine Familie und verbringt sehr viel Zeit zusammen, was auch sehr viel Spaß macht“, betont Erdtmann. „Eine Medaille wäre zwar die Kirsche auf dem Eis gewesen, aber es an sich zur WM geschafft zu haben, bedeutet mir schon sehr viel.“ Ihr großer Wunsch: Auch nächstes Jahr wieder bei den weltbesten Ruderinnen mitmischen zu dürfen.