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WALTROP. Viele Sportvereine würden viel dafür geben, eine solche Jahresbilanz vorweisen zu können wie der Ruderverein Waltrop bei der Jahreshauptversammlung. Denn sowohl sportlich als auch finanziell steht der Klub glänzend da.

Der Weltmeistertitel von Franziska Kampmann im Doppelvierer bei der Junioren-WM in Rio 2015 überstrahlte alles. Auch ihre Vereinskollegen fuhren zahlreiche Erfolge auf Landes- und Bundesebene ein.

Was in der heutigen Zeit genauso bemerkenswert ist: Erfreulich hohe Zuwendungen von Sponsoren ließen den Finanz-Posten in dem von Schatzmeister Lothar Fenger vorgetragenen Kassenbericht auf 68420 Euro anwachsen. Zum Vergleich: Im Jahr 2014 waren dies noch 45000.

Zum einen hatte die Rudolf-Schumacher-Stiftung dem Verein ein – wohlgemerkt neues – Boot spendiert. „Ich kann mich nicht daran erinnern, dass das zuvor schon einmal vorgekommen ist“, freute sich Harald „Lucki“ Richter, der dem Ruderverein seit Jahrzehnten verbunden ist.

Hinzu kam die Unterstützung eines Gönners, der nicht genannt werden will. Er ließ dem RV eine Spende zukommen, um etwas „Nachhaltiges“ zu installieren. Mit großer Freude machten sich die RV-Verantwortlichen daran, die Holzauflage des Anlegestegs durch einen Kunststoff-Belag zu ersetzen. Kostenpunkt: 13000 Euro.

Außerdem erwirtschafteten die Mitglieder beim Parkfest einen ordentlichen Überschuss für die Vereinskasse. Und auch die Ausrichtung der Kinderregatta war aus finanzieller Hinsicht ein voller Erfolg. Zudem einigte man sich mit den Eltern der Leistungssportler, dass diese die Übernachtungen bei den Regatten selbst finanzieren.

Genauso wie der Tennisclub und der Reitverein hat der Ruderverein eine eigene Immobilie. Doch diese ist in die Jahre gekommen und muss mit hohem Aufwand saniert und instand gehalten werden. Die 43 Mitglieder bedachten die Aussage Richters, dass man es endlich geschafft habe, das Dach abzudichten, mit Applaus. Gerade im Kraftraum hatte es zuvor immer wieder durchgeregnet. Ziel für 2016 ist hier, die Sanierung der Hausfassade zu beenden.

Doch Fenger warnt davor, sich auf den Lorbeeren des vergangenen Jahres auszuruhen. „Denn wir können nicht automatisch von weiteren Spenden in dieser Höhe ausgehen. Genauso wenig von den Erträgen beim Parkfest.“

Hatte der Verein am 31. Dezember 2015 gut 6000 Euro mehr auf dem Konto als im Vorjahr, so schraubt Fenger die Erwartungen für den 31. Dezember 2016 auf 3500 Euro herunter. Und man müsse bedenken, dass die Einnahmen aus den Mitgliedsbeiträgen noch nicht einmal das Bootshaus finanzieren würden. Die Versammlung beschloss, die Mitgliedsbeiträge nicht zu erhöhen.

Jedoch appellierte der Finanzchef des Rudervereins an die Mitglieder, Augen und Ohren nach weiteren Finanzquellen offenzuhalten. „Denn nur was ich einnehme, kann ich auch ausgeben“, erinnerte Fenger. Seiner Ansicht nach stecke in dem Verein noch viel Potenzial.

Apropos Ausgaben: Neben der Erneuerung des Stegs und der fortlaufenden Sanierung investierte der Verein zudem in zwei Boote. So wurden ein Renndreier und Vierer für die jüngsten Ruderer angeschafft. Diese sind schon geliefert und werden beim Anrudern am 10. April getauft.