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Sieben DM- und zwei WM-Medaillen im Juniorenbereich hat Franziska Kampmann bereits gewonnen. Die Ruderin des RV Waltrop startete nun erstmals im Frauen-B-Bereich bei den Deutschen Titelkämpfen. Und auch hier triumphierte sie. Die 19-Jährige gewann nicht nur zwei Silbermedaillen. Sie hat auch die Nominierung für die U23-Weltmeisterschaft in Rotterdam in der Tasche.

„Ich bin sehr zufrieden, dass es gleich im ersten Jahr geklappt hat“, berichtete die frisch gebackene Medaillengewinnerin am Samstag per Handy kurz nachdem sie von ihrer Nominierung erfahren hatte.

Trainer Andreas Erdtmann betreut die Vorzeige-Athletin seit Beginn ihrer Junioren-Zeit. „Seitdem ich beim RV Waltrop Trainer bin gab es noch keinen Athleten, der den Sprung in den U23-Bereich so erfolgreich geschafft hat und dabei noch weiterhin für unseren Verein rudert. Das ist eine tolle Sache für Waltrop“, so Erdtmann.

Franzi, wie sie von ihren Freunden und Trainingskollegen genannt wird, ist mit offenen Armen im Frauen-Lager aufgenommen worden. „Die sind alle total nett. Hier gibt es wenig Zickenterror“, berichtet die 19-Jährige.

Über die Nominierung als Ersatzfrau für den Zweier oder Vierer hat sich Kampmann „total gefreut. Zumal ich ja weniger trainiere als die anderen.“ Das hat aber nichts mit Gelassenheit oder Faulheit zu tun. Ganz im Gegenteil. „Soweit ich das überblicken kann, bin ich im U23-Frauen-Bereich die einzige, die eine Ausbildung macht. Die anderen studieren alle“, erzählt Franzi.

Und sie macht nicht irgendeine Ausbildung. Sondern die zum Landwirt. Was zugleich bedeutet, dass sie „nur“ eine Trainings-Einheit am Tag absolvieren kann. Anders als der Rest der deutschen Ruder-Elite. Umso mehr freut sie, dass ihr Chef Michael Bittner viel Verständnis für ihren Sport hat. „Dafür bin ihm auch sehr dankbar“, sagt Franzi, die einen besonderen Ausbildungsvertrag hat, der für sie „nur“ 25 Arbeitsstunden vorsieht.

Info

Erdtmann sehr zufrieden

(cho) Das Wetter machte den Athleten in Hamburg zu schaffen. Rennen mussten wegen Gewitter verschoben werden, Boote wurden durch herabstürzende Äste beschädigt.

  • Frauen-B-Doppelzweier: „Mit diesem Rennen sind wir super zufrieden“, sagt RV-Trainer Andreas Erdtmann. Franziska Kampmann und Frauke Hundeling hielten das Rennen lange offen. Am Ende setzte sich das Boot mit den erfahrenen Athletinnen Frieda Hämmerling und Julia Leiding durch.
  • Frauen-B-Doppelvierer: Erdtmann über die Silbermedaille Kampmanns im Doppelvierer: „Das war das Optimum. Auch hier musste sie sich nur einem Boot mit sehr erfahrenen Ruderinnen geschlagen geben.“