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HANNOVER/WALTROP. Als Juniorin war die Waltroper Ruderin Jeanette Rodegro hocherfolgreich. Bei Deutschen Meisterschaften gewann die Leistungssportlerin dreimal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze. Mittlerweile ist sie 29 Jahre alt – und wurde jüngst erneut Deutsche Meisterin.

Diesmal allerdings bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften in Hannover auf dem Maschsee. Dort siegte sie im Achter und wurde Zweite im Doppelvierer.

Jeanette Rodegro hat in Münster an der Westfälischen Wilhelms-Universität den Master gemacht und war bis März eingeschrieben. Mittlerweile wohnt sie in Dortmund und arbeitet als Assistentin der Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung.

In der Vorbereitung auf die DM trafen sich die Ruderinnen meist an Trainingswochenenden in Münster, um in je drei Einheiten als Team zusammenzuschweißen.

Darüber hinaus hielt sich die noch immer für den Ruderverein Waltrop startende Athletin auch mit Joggen und Training im Kraftraum am heimischen RV fit. „Ich habe schon zugesehen, dass ich auf sechs Einheiten in der Woche komme“, erzählt Jeanette Rodegro.

Ursprünglich war angedacht, nur im Doppelvierer an den Start zu gehen. Kurzfristig wurde auch das Projekt Achter gestartet. Was nicht einfach ist. Denn die Leichtgewichts- Ruderin hat stets „geskullt“ – sprich immer in Booten gesessen, in denen sie zwei Ruder in der Hand hielt. Im Achter wird „geriemt“ – sprich mit beiden Händen wird ein Ruder durchs Wasser gepflügt. „Wenn man sich nicht zu doof anstellt, schafft man das schon. Aber ungewohnt war es für mich schon, jetzt zu riemen“, so die sympathische Neu-Dortmunderin.

Skullerin greift zu den Riemen

Gerade einmal sechs Einheiten in dem Achter machte sie in der heißen Phase der Vorbereitung auf die Deutschen Meisterschaften mit.

Fünf Boote waren am Start, allesamt „ziemlich gut besetzt“, wie Jeanette Rodegro berichtet. „Der Start war chaotisch, es gab viele Wellen. Beim zweiten Schlag war die Backbord-Seite, auf der auch ich saß, in der Luft“, erzählt die 29-Jährige und verdreht dabei die Augen. Doch dann lief’s besser, zwischenzeitlich lag das Münsteraner Boot eine Länge vor der Konkurrenz. „Obwohl das Boot einer Renngemeinschaft direkt neben uns fuhr, in dem vier Ruderinnen saßen, die jetzt beim Weltcup in Luzern mit dabei waren. Die kamen dann auch noch an uns ran.

Doch dann feuerte uns unsere Steuerfrau Freya Zündorf noch einmal richtig an und wir gewannen mit einer Sekunde Vorsprung.“ Da war die Freude natürlich riesig, zumal der Achter nur als Zugabe gedacht war.

Im Doppelvierer starteten die drei Leichtgewichtsboote – so auch das Münsteraner Boot – gemeinsam mit den zehn „schweren“. „Wir wussten nicht, wo wir stehen.“ Ziemlich weit vorne, denn Münster gewann seinen Vorlauf mit zehn Sekunden Vorsprung.

Im Endlauf galt es, das Boot aus Hannover zu überholen, um der beste Leichtgewichts- Vierer zu werden. Dann damit hätte das Boot mit Jeanette Rodegro die Qualifikation für die Euro 2015 in Hannover sicher.

Im Finale sprang der Silber- Platz heraus – hinter einer Renngemeinschaft. „Und weil die nicht zur Euro zugelassen ist, haben wir uns quasi zweimal für die EM qualifiziert. Einmal als bestes leichtes und als bestes schweres Boot, das nicht aus Aktiven einer Renngemeinschaft besteht. Somit haben wir die Wahl, aber ich glaube, wir werden im leichten Vierer an den Start gehen“.

Dies waren nicht die einzigen beiden Medaillen, die die Ruderin aus Waltrop bei Hochschulmeisterschaften holte. So gewann sie bereits 2012 und 2013 mit Freya Zündorf im Doppelzweier je Silber.

25.07.2014, Waltroper Zeitung