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Jeden Tag sitzt der Waltroper Sören Henkel aktuell in Berlin im Ruderboot, um sich mit seinen auf den WM-Start in Tokio (7. bis 11. August) vorzubereiten.

Sören Henkel vom Ruderverein Waltrop steht kurz vor dem bisherigen Höhepunkt seiner noch jungen Sportlerkarriere. Der 18-Jährige sitzt im Doppelvierer der Deutschen Nationalmannschaft und wird bei der U19-Weltmeisterschaft, die vom 7. bis 11. August in Tokio stattfindet, mit am Start sein.

Derzeit befindet sich Henkel zur vierwöchigen Wettkampfvorbereitung in Berlin-Grünau, auf der Olympiastrecke von 1936. Bis der Waltroper sich seinen Platz im Boot sichern konnte, war es ein steiniger Weg über mehrere Stationen. In einem Auswahlverfahren musste er sich gegen mehrere Mitbewerber durchsetzen. Als er in die engere Wahl kam, wurde Henkel in Berlin-Grünau auf Herz und Nieren geprüft.

Neben dem Ergometerrudern musste er auch auf dem Wasser sein Können unter Beweis stellen. Dabei wurde er von zahlreichen technischen Geräten überwacht, die an seinem Körper und dem Ruderboot befestigt waren. Doch jetzt richten sich seine Blicke auf Tokio. In der Wettbewerbsvorbereitung in der Hauptstadt herrscht jeden Tag der gleiche Tagesablauf. Los geht es bereits morgens in aller Früh.

  • 5:15 Uhr: Der Wecker klingelt. Egal, ob Wochenende oder nicht. Der Wecker für Sören und seine Mannschaftskameraden Alexander Finger (Berlin), Paul Berghoff (Magdeburg), Elrond Kuhlmann (Dresden) klingelt immer zur gleichen Zeit. Nach dem Frischmachen, stärken sich die Akteure mit einem kleinen Imbiss, damit sie nicht mit leerem Magen aufs Wasser gehen.
  • 6:00 Uhr: Die erste Trainingseinheit steht auf dem Programm. Hier geht es vor allem um Kondition und die Grundlagen auf einer Strecke zwischen 20 und 24 Kilometern.
  • 8:00 Uhr: Frühstück. Vor allem viele Kohlenhydrate nehmen die Ruderer zu sich, um Energie für den langen Tag zu sammeln. „Wir können uns am Büfett bedienen“, sagt Henkel. „Es gibt unter anderem Joghurt, Müsli, aber auch Kaffee und andere Sachen.“ Zu sehr dürfen die Athleten nicht „reinhauen“. Der Body-Mass-Index darf nicht über 25 steigen.
  • 9:00 Uhr: Jetzt geht es ans Krafttraining. Hanteln und weitere Disziplinen absolviert das Team. Danach wird der Körper bei der Gymnastik gedehnt, bevor es unter die Dusche geht.
  • 11:30 Uhr: Mittagsessen. „Da werden wir gut versorgt“, betont der 18-Jährige. Kartoffeln, Reis, Fleischbeilage und vieles mehr erhalten die Sportler zur Stärkung, ehe dann eine dreistündige Ruhepause folgt. „Soweit es der Rhythmus zulässt, versuchen wir zu schlafen“, so Henkel. „Alternativ lesen wir oder arbeiten am Laptop.“
  • 15:00 Uhr: Die zweite Trainingseinheit erstreckt sich über 16 bis 20 Kilometer. Hier wird hauptsächlich die Technik ins Visier genommen. Es geht an den Feinschliff.
  • 17:00 Uhr: Normalerweise hätten die Ruderer an dieser Stelle Freizeit. Doch Henkel und seine drei Mannschaftskollegen nutzen die Zeit. Der Ehrgeiz ist enorm.

Der Trainingsraum wird auf 40 Grad aufgeheizt

Um sich auf die anstrengenden Bedingungen in Japan vorzubereiten, heizen sie den Trainingsraum auf 40 Grad Celsius auf bei einer Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent. Hier werden dann noch mal die Themen Kondition und Kraft in Angriff genommen. „Diese Situation kann nicht jeder gleich vertragen. Manche verlassen den Raum“, sagt Henkel. „Meine Werte sind aber recht beständig.“ Im Anschluss daran tätigen die Akteure Einkäufe und haben die restlichen Abendstunden für sich zur freien Verfügung. Untergebracht ist das Quartett in einer Jugendherberge, die rund 500 Meter entfernt von der Trainingsstrecke liegt.

„Eine Medaille in Tokio ist ganz sicher unser Anspruch“, so Henkel. „Wir liebäugeln auch mit Gold. Unser Team ist stark.“ Doch Henkel warnt davor, die Konkurrenz zu unterschätzen. Tschechien sei eine Formation, mit der man auf jeden Fall rechnen müsse. Abflug von Berlin-Grünau nach Tokio ist am Freitag, 2. August.